Ratgeber
Windows-Härtung auf Anlagen-, Labor- und Leitstandsrechnern prüfen – offline und ohne Agent
Auf Anlagen-, Labor- und Leitstandsrechnern, auf denen kein Agent laufen und nichts installiert werden darf, prüfen Sie die Windows-Härtung lesend und offline: Die Windows-Bordmittel secedit, auditpol und reg query zeigen die Sicherheitseinstellungen ohne Installation, ein portabler Sammler, der vom USB-Stick läuft, liest sie aus, und bewertet wird auf einem anderen PC. Was bewusst offen bleiben muss, halten Sie als begründete, freigegebene Ausnahme fest; Änderungen an der Windows-Konfiguration laufen getrennt davon über das Änderungsverfahren.
Warum Agent, Installation und Netzwerk-Scan auf Anlagen-PCs oft ausscheiden
Bedienrechner (HMI), Engineering-Stationen, Labor- und Leitstandsrechner stehen oft außerhalb der zentralen IT: manche ohne Netz, manche validiert oder vom Anlagenhersteller abgenommen, manche mit Software, die eine unsichere Einstellung braucht. Wer dort die Windows-Härtung nachweisen soll, stößt auf Hürden, die es in der Büro-IT so nicht gibt:
Jede Installation ist eine Änderung
Ein Prüfprogramm aufzuspielen, verändert das System. Für computergestützte Systeme im GMP-Umfeld sieht EU-GMP Annex 11 vor, dass Änderungen – ausdrücklich auch an der Konfiguration – nur kontrolliert nach einem festgelegten Verfahren erfolgen.
Der Anlagenhersteller entscheidet mit
Der OT-Sicherheitsleitfaden des US-amerikanischen NIST (SP 800-82) weist darauf hin, dass Lizenz- und Serviceverträge der OT-Hersteller Sicherheitslösungen Dritter manchmal ausschließen und der Support entfallen kann, wenn Software Dritter ohne Zustimmung des Herstellers installiert wird.
Updates brauchen Tests und Stillstände
Laut NIST müssen Updates auf OT-Systemen vom Hersteller und vom Betreiber gründlich getestet werden; Stillstände werden Tage oder Wochen im Voraus geplant, manchmal ist eine erneute Validierung nötig. Ein Agent, der sich regelmäßig selbst aktualisiert, passt dazu schlecht.
Aktive Netzwerk-Scans können stören
NIST rät zu äußerster Vorsicht: Aktive Scans können Geräte instabil machen oder in den Prozesszustand eingreifen und sollten möglichst in geplanten Stillständen laufen. Auch Lösungen, die aktiv scannen oder Ressourcen auf dem Rechner selbst nutzen, sollen vor dem Einsatz im OT-System getestet werden.
Manche Rechner haben gar kein Netz
Ein isolierter Messrechner oder eine Bedienstation in einer abgeschotteten Zelle hat keine Verbindung, über die ein Agent melden oder ein Scanner zugreifen könnte.
Alte Windows-Versionen bleiben im Einsatz
Die Lebensdauer eines OT-Systems kann laut NIST über 20 Jahre betragen, und viele OT-Systeme laufen mit Betriebssystemen, für die es keine Updates mehr gibt. Ein Prüfweg muss also auch mit älteren Windows-Versionen zurechtkommen.
Gesucht ist also ein Weg, der nur liest, nichts installiert und ohne Netz auskommt – und dessen Ergebnis als Nachweis taugt.
Checkliste: was eine Prüfung der Windows-Härtung abdecken sollte
Wer für einen Audit – etwa im Rahmen von IEC 62443, NIS2 oder GMP – die Windows-Härtung belegen muss, braucht zuerst eine Liste dessen, was geprüft wird. Die Sollwerte hängen von Windows-Version, Rolle und Anlagensoftware ab; Microsoft nennt etwa für die LAN-Manager-Authentifizierung je nach Rolle unterschiedliche Standardwerte. Diese Bereiche gehören dazu, hier als Fragen formuliert – die Sollwerte legen Sie mit Ihrer Quelle und dem Anlagenhersteller fest:
Konten und Anmeldung
Wer ist lokaler Administrator, welche Konten sind aktiv, auch das Gastkonto? Gibt es eine automatische Anmeldung – und ist sie begründet? Dabei kann das Kennwort laut Microsoft im Klartext in der Registry stehen.
Anmeldedaten und NTLM
Welche NTLM-Varianten lässt die LAN-Manager-Authentifizierungsebene zu? Ist der LSA-Schutz aktiv?
Netzwerk, Freigaben und Dienste
Ist SMBv1 aktiv, wird SMB-Signierung verlangt? Welche Freigaben gibt es, und welche Dienste laufen, die die Anlage nicht braucht?
Remotedesktop
Ist Remotedesktop eingeschaltet – und wenn ja, nur mit Authentifizierung auf Netzwerkebene und für wen?
Firewall
Ist die Windows-Firewall in allen Profilen aktiv, und welche eingehenden Regeln gibt es?
Virenschutz
Läuft ein Virenschutz, etwa Microsoft Defender Antivirus? Wie alt sind die Signaturen, welche Ausnahmen sind eingetragen? Manche Anlagenhersteller empfehlen dafür bestimmte Virenschutz-Lösungen; NIST rät, den Empfehlungen des Herstellers zu folgen.
Überwachung und Protokollierung
Was zeichnet die Überwachungsrichtlinie auf, wie groß ist das Sicherheitsprotokoll, wird PowerShell protokolliert?
Wechselmedien und Autostart
Wie sind USB-Speicher und der Autostart von Wechselmedien eingestellt?
Verschlüsselung und TLS
Ist das Systemlaufwerk verschlüsselt? Welche Versionen von SSL und TLS lässt Windows zu?
Updates und Lebenszyklus
Bekommt die Windows-Version noch Sicherheitsupdates, und wann wurde zuletzt eines installiert?
Mit Windows-Bordmitteln prüfen: secedit, auditpol, reg query
Windows bringt Befehle mit, die die Sicherheitseinstellungen auslesen, ohne etwas zu installieren. Öffnen Sie die Eingabeaufforderung mit „Als Administrator ausführen“ – auditpol braucht laut Microsoft ein Recht, das ab Werk nur Administratoren haben. Wechseln Sie vorher in den Zielordner, etwa auf den USB-Stick: Ohne Pfad landen Ausgabedateien im aktuellen Ordner.
Sicherheitsrichtlinie: secedit
secedit /export /cfg secpol.inf /log secedit.logschreibt die lokale Sicherheitsrichtlinie als Textdatei, unter anderem Kontorichtlinien, Sicherheitsoptionen und Benutzerrechte. Mit/mergedpolicykommen die Einstellungen aus der Domäne dazu;/loglegt das Protokoll mit in den aktuellen Ordner.Überwachungsrichtlinie: auditpol
auditpol /get /category:*zeigt die Einstellungen der Überwachungsrichtlinie für alle Kategorien und Unterkategorien; mit/rkommt das Ergebnis als CSV.Einzelne Werte: reg query
reg query HKLM\System\CurrentControlSet\Control\Lsa /v LmCompatibilityLevelliest die LAN-Manager-Authentifizierungsebene. Fehlt der Wert, steht in der Registry nichts – welches Verhalten dann gilt, muss man in der Microsoft-Dokumentation für Version und Rolle nachlesen. Am Rückgabewert sehen Sie nicht, ob ein Wert fehlt oder nicht lesbar war:reg querykennt nur 0 (Erfolg) und 1 (Fehler).Gruppenrichtlinien: gpresult
gpresult /scope computer /rzeigt eine Zusammenfassung, welche Gruppenrichtlinienobjekte für den Rechner gelten;gpresult /scope computer /h gpresult.htmlschreibt stattdessen einen HTML-Bericht (/hlässt sich nicht mit/rkombinieren). Das hilft vor allem bei Rechnern in einer Domäne.
Zwei Stolperfallen bei reg query: Für viele Schlüssel unter HKLM\SOFTWARE sieht ein 32-Bit-Programm auf 64-Bit-Windows eine eigene Ansicht der Registry (Wow6432Node), etwa für Winlogon; die Richtlinienschlüssel unter HKLM\SOFTWARE\Policies teilen sich beide Ansichten. Wurde die Eingabeaufforderung aus einem 32-Bit-Programm heraus gestartet, etwa aus einem Fernwartungswerkzeug, kann ein Wert fehlen, der in Wirklichkeit gesetzt ist; /reg:64 liest die 64-Bit-Ansicht. Und bei automatischer Anmeldung kann im Schlüssel Winlogon das Kennwort im Klartext stehen – fragen Sie dort nur einzelne Werte ab, etwa reg query "HKLM\SOFTWARE\Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\Winlogon" /v AutoAdminLogon, statt den ganzen Schlüssel auszugeben.
Wo die Bordmittel enden:
- Sie liefern Rohwerte, keine Bewertung: Ob ein Wert passt, steht nicht in der Ausgabe.
- Die Sollwerte pflegen Sie selbst – je Windows-Version und Rolle, mit Quelle.
- Die Auswertung geschieht von Hand, etwa in einer Tabelle; fehlende Werte und Standardwerte muss man richtig deuten.
- Eingestellt heißt nicht wirksam: Ob etwa der Virenschutz wirklich läuft, zeigt eine Richtlinie allein nicht.
- Ausnahmen und Freigaben verwalten die Befehle nicht, und es entsteht kein Nachweis, wer wann was erhoben und wer das Ergebnis abgezeichnet hat.
Zentrale Wege: Gruppenrichtlinie, MDM, Agent, Netzwerk-Scan
Gruppenrichtlinie
In einer Windows-Domäne verteilt die Gruppenrichtlinie Einstellungen nach Standort, Domäne und Organisationseinheit und überschreibt lokale Werte beim nächsten Update. Sie setzt Sollwerte, einen Prüfbericht liefert sie nicht –
gpresultzeigt nur, welche Richtlinien gelten.MDM mit Compliance-Berichten
Bei einem MDM-Dienst registrierte Rechner gleichen sich regelmäßig mit dem Verwaltungsserver ab und übernehmen dessen Richtlinien; Compliance-Richtlinien können dabei die Konfiguration der Geräte bewerten. Ohne Verbindung zum Verwaltungsserver geht das nicht.
Agent
Ein Agent ist ein Programm, das in der Regel dauerhaft auf jedem Rechner läuft, die Konfiguration erhebt und an einen Server meldet. Für verwaltete Rechner bequem – auf einem Anlagen-PC ist schon die Installation eine Änderung, und jedes Update des Agenten ist die nächste.
Netzwerk-Scan mit Anmeldedaten
Ein Scanner meldet sich über das Netz mit einem Konto an jedem Rechner an und liest die Konfiguration aus. Das braucht Netzzugang, erreichbare Verwaltungsschnittstellen, ein Konto mit Rechten auf jedem Rechner – und im Anlagennetz die Erlaubnis zu scannen.
Für verwaltete Büro-IT sind das die üblichen Wege. Auf Anlagenrechnern ohne Domäne, ohne Netz oder ohne Freigabe für zusätzliche Software passen sie oft nicht – dort bleiben die Bordmittel oder ein portabler Sammler, der lesend erhebt und die Auswertung einem anderen PC überlässt.
Prüfen und Setzen trennen
Prüfskripte und -programme, die die Konfiguration direkt auf dem Rechner mit einer Liste von Sollwerten vergleichen, gibt es von mehreren Herstellern und Projekten; einen sachlichen Vergleich mit bekannten finden Sie auf der Produktseite von Riegel. Manche können die Einstellungen auch gleich setzen – in der Büro-IT spart das Zeit. Auf einem validierten oder abgenommenen Anlagenrechner ist jede Einstellung, die sie setzen, eine Konfigurationsänderung – mit allem, was dazugehört: Änderungsantrag, Abstimmung mit dem Anlagenhersteller, Test und unter Umständen eine erneute Validierung.
Dass eine Einstellung zur Windows-Härtung auch etwas kaputt machen kann, schreibt Microsoft selbst: Eine Änderung der LAN-Manager-Authentifizierungsebene könne die Kompatibilität mit Geräten, Diensten und Anwendungen beeinträchtigen, und Geräte, die NTLMv2 nicht beherrschen, können sich bei der strengeren Einstellung nicht mehr in der Domäne anmelden. NIST empfiehlt für OT, Änderungen vor dem Einsatz zu dokumentieren, zu testen und freizugeben. Sinnvoll ist deshalb diese Reihenfolge:
- Zuerst lesend prüfen und den Ist-Stand festhalten.
- Jede Abweichung entscheiden: beheben, als Ausnahme begründen oder für diese Rolle bewusst aus dem Prüfumfang nehmen.
- Änderungen als Dateien vorbereiten, mit einer Rücknahme, und mit dem Anlagenhersteller abstimmen.
- Auf einem Testsystem oder einer Ersatzstation testen und im Wartungsfenster über das Änderungsverfahren einspielen.
- Danach erneut prüfen und den neuen Stand als freigegebenen Stand festhalten.
Ausnahmen begründen, freigeben und mit dem freigegebenen Stand vergleichen
Auf Anlagenrechnern wird nicht jede Regel erfüllt – manchmal aus gutem Grund: Die Bedienstation soll nach einem Neustart ohne Anmeldung wieder laufen, eine ältere Software braucht ein altes Protokoll, der Hersteller gibt einen bestimmten Virenschutz nicht frei. Microsoft empfiehlt die automatische Anmeldung zum Beispiel nur, wenn der Rechner physisch gesichert ist und Unbefugte nicht aus der Ferne auf die Registry zugreifen können. Genau solche Bedingungen gehören in eine begründete Ausnahme – statt in eine stille Abweichung, die beim nächsten Audit niemand mehr erklären kann.
Eine Ausnahme ist kein Abhaken, sondern eine dokumentierte Entscheidung. Sie nennt:
- die Regel und die Rechner oder Gruppen, für die sie gilt
- die Begründung und den akzeptierten Wert – ändert sich der Wert später, sollte die Ausnahme nicht mehr greifen
- die Ersatzmaßnahme, etwa einen abgeschlossenen Schaltschrank oder ein abgeschottetes Netz
- wer sie freigegeben hat, mit Verweis auf den Änderungs- oder QMS-Vorgang
- bis wann sie gilt und wann sie wieder überprüft wird
Das deckt sich mit Leitfäden: NIST rät für ältere OT-Systeme, die eine Sicherheitsfunktion nicht unterstützen, Ersatzmaßnahmen in Betracht zu ziehen, und empfiehlt, die freigegebene Basiskonfiguration der Geräte zu dokumentieren. Die ENISA nennt in ihrer Umsetzungshilfe zu den NIS2-Pflichten digitaler Dienste wie Rechenzentren und Managed-Service-Anbieter dokumentierte und genehmigte Ausnahmen von der Basiskonfiguration samt Ersatzmaßnahmen als Beispiel für einen Nachweis.
Ebenso wichtig ist der Vergleich mit dem freigegebenen Stand: Halten Sie nach der Inbetriebnahme oder einer Abnahme fest, wie der Rechner konfiguriert war, und vergleichen Sie spätere Prüfungen damit – etwa nach einem Servicebesuch des Herstellers. So fällt auf, was sich verändert hat, auch wenn es niemand gemeldet hat. Für computergestützte Systeme im GMP-Umfeld sieht EU-GMP Annex 11 ohnehin eine periodische Bewertung vor, ob sie noch in einem validierten Zustand sind.
Riegel: portabler Sammler, Auswertung offline
Riegel ist unser Härtungs-Check für Windows-Rechner in Anlagen, Laboren und Leitständen. Riegel trennt Erhebung und Auswertung: Ein portabler Sammler von rund 130 KB läuft vom USB-Stick auf dem Anlagen-PC, installiert nichts, ändert keine Konfiguration, öffnet keine Netzwerkverbindung und schreibt nur seinen Export; Windows selbst vermerkt, dass ein Programm lief, und gpresult kann den Gruppenrichtliniendienst bei Bedarf starten. Ausgewertet wird auf einem Auswerte-PC – dorthin gehören auch die MSI und die Auswerte-App (ab Windows 10 1809 oder Windows Server 2019), nicht auf den Anlagenrechner.
Für Anlagen-PCs ausgelegt
Der Sammler ist für Windows 7 SP1 bis 11 und Windows Server 2008 R2 SP1 bis 2025 gebaut und braucht .NET Framework 3.5.1 oder 4.x. Wo kein fremdes Programm laufen darf, nutzt
collect-builtin.cmdnur Windows-Bordmittel wiesecedit,auditpolundreg;--minimalstartet auf empfindlichen HMIs kein weiteres Programm.153 Regeln, ehrlich bewertet
Konten, Anmeldedaten und NTLM, Defender, Firewall, Protokollierung und PowerShell, RDP, Wechselmedien, TLS und mehr. Erfüllt heißt positiv belegt; was nicht lesbar war, heißt „nicht prüfbar“, nie stillschweigend erfüllt.
Begründete Ausnahmen mit Freigabe
Begründung, akzeptierter Wert, freigebende Rolle und ein Nachweis aus dem Änderungs- oder QMS-Verfahren – an den Inhalt gebunden, mit Ablaufdatum und Verlauf. Weicht der Wert später ab, ist der Befund wieder offen.
Vergleich mit dem freigegebenen Stand
Was hat sich seit Inbetriebnahme oder Herstellerbesuch geändert? Verschlechterungen zuerst, dann Abweichungen der Rohwerte.
Bericht zum Abzeichnen
Anlagenbericht als PDF, dazu Excel, CSV und ein Nachweispaket, das Prüfer mit
verifynachrechnen – auch unter Linux.Abhilfe nur als Dateien
.reg-Dateien mit Rücknahme, GptTmpl.inf und audit.csv für den Anlagenbauer; Riegel wendet sie nie selbst an.
Für den Änderungsantrag beschreibt die Dokumentation, welche Einträge der Sammler liest, welche Programme er startet und welche Spuren Windows vermerkt. Das Regelwerk stützt sich auf ACSC, Microsoft-Dokumentation und DISA STIGs; es enthält keine Inhalte von CIS und keine aus BSI SiSyPHuS. Riegel unterstützt Nachweise, macht aber keine Compliance-Aussage.
Ehrlich gesagt: Riegel ist eine Vorabversion (0.1.2) und noch nicht signiert – Windows kann beim Starten der Programme warnen, und der Sammler lässt sich nur über seinen Hash freigeben. Ein Kundenpilot auf OT- oder validierten Rechnern ist deshalb erst vorgesehen, wenn der Sammler signiert ist. Getestet ist Riegel mit Testdaten und auf CI-Rechnern, noch nicht auf echten Rechnern mit Windows 7, 8.1, Server 2008 R2 oder 2012 R2, nicht in einer echten Domäne, nicht mit Virenschutz oder EDR anderer Hersteller und nicht mit tatsächlich erzwungenem AppLocker. Ohne Administratorrechte, mit --minimal oder über die Bordmittel bleiben viele Regeln unentscheidbar; der Bericht sagt dann „Unvollständige Prüfung“. Riegel ist kostenlos unter der MIT-Lizenz. Der Download folgt mit der Veröffentlichung.
Unser Produkt
Riegel – Härtungs-Check für Windows in OT und Labor
Windows-Härtung lesend und offline prüfen: portabler Sammler ohne Installation, 153 Regeln, begründete Ausnahmen und Bericht zum Abzeichnen – ausgelegt für Windows 7 SP1 bis 11 und Windows Server 2008 R2 SP1 bis 2025.
Status: Demnächst · Demnächst
Die Wege im Vergleich
| Weg | Auf dem Anlagen-PC | Netz nötig | Bewertung gegen Sollwerte | Begründete Ausnahmen | Passt vor allem für |
|---|---|---|---|---|---|
Bordmittel von Hand (secedit, auditpol, reg query) | nur Windows-Befehle, als Administrator | nein | von Hand, Sollwerte selbst pflegen | eigene Liste | einzelne Werte, Stichproben |
| Gruppenrichtlinie oder MDM | nichts zusätzlich; Rechner in der Domäne oder beim MDM-Dienst registriert | ja | setzt Sollwerte; Prüfberichte je nach Lösung | je nach Lösung | verwaltete Büro-IT |
| Agent | Installation, läuft dauerhaft | in der Regel ja | je nach Produkt | je nach Produkt | verwaltete Rechner mit Netz |
| Netzwerk-Scan mit Anmeldedaten | Anmeldung über das Netz, je nach Werkzeug mit Agent | ja | je nach Produkt | je nach Produkt | Netze, in denen Scans erlaubt sind |
| Portabler Sammler, Auswertung offline, z. B. Riegel | Sammler vom USB-Stick, installiert nichts | nein | ja; Riegel: 153 Regeln und eigene Vorgaben | Riegel: mit Freigabe, Nachweis und Ablaufdatum | Rechner ohne Netz oder ohne Freigabe für zusätzliche Software |
„Je nach Produkt“ und „je nach Lösung“: Funktionen unterscheiden sich von Werkzeug zu Werkzeug. Riegel ist eine Vorabversion (0.1.2) und noch nicht signiert; ein Kundenpilot auf OT- oder validierten Rechnern ist erst mit signiertem Sammler vorgesehen.
Was passt wann?
-
Einzelne Werte nachsehen, etwa nach einer Störung oder vor einem Audit
Die Bordmittel:
reg queryfür einzelne Registry-Werte,auditpol /getfür die Überwachungsrichtlinie,secedit /exportfür die Sicherheitsrichtlinie. -
Büro-IT in einer Domäne oder im MDM
Die zentrale Verwaltung mit ihren Berichten, dazu je nach Bedarf Agent oder Netzwerk-Scan.
-
Anlagen-PC ohne Netz oder ohne Freigabe für zusätzliche Software
Ein portabler Sammler, der nichts installiert, und die Auswertung auf einem anderen PC – oder, wo gar kein fremdes Programm laufen darf, die Bordmittel. Riegel bietet beides, ist aber noch eine Vorabversion ohne Signatur.
-
Validierter Rechner im GMP-Umfeld
Lesend prüfen, Abweichungen als begründete Ausnahmen mit Freigabe festhalten, Änderungen nur über das Änderungsverfahren – und bei der periodischen Bewertung mit dem freigegebenen Stand vergleichen.
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Die Anlagensoftware braucht eine unsichere Einstellung
Eine begründete Ausnahme mit Ersatzmaßnahme, Freigabe und Ablaufdatum statt einer stillen Abweichung.
-
Maschinenbauer vor der Auslieferung
Den Auslieferungszustand prüfen und die begründeten Abweichungen der eigenen Software mitliefern; Riegel hat dafür die Berichtsvorlage „Auslieferungszustand“ und läuft auch in der Werksabnahme (FAT). Riegel ist noch eine Vorabversion ohne Signatur; ein Kundenpilot auf OT- oder validierten Rechnern ist erst mit signiertem Sammler vorgesehen.
-
Die Windows-Härtung soll umgesetzt werden
Getrennt vom Prüfen: Änderungen als Dateien vorbereiten, mit dem Anlagenhersteller abstimmen, testen, im Wartungsfenster einspielen und danach erneut prüfen.
Häufige Fragen
Wie prüfe ich die Windows-Härtung eines Anlagen-PCs, ohne etwas zu installieren?
Mit Bordmitteln oder mit einem portablen Sammler. secedit /export, auditpol /get und reg query lesen Sicherheitsrichtlinie, Überwachungsrichtlinie und einzelne Registry-Werte aus – die Rohwerte bewerten Sie selbst. Ein portabler Sammler wie der von Riegel läuft vom USB-Stick, liest die Konfiguration aus, installiert nichts und ändert keine Konfiguration; ausgewertet wird auf einem anderen PC. Riegel ist derzeit eine Vorabversion (0.1.2) und noch nicht signiert. Der Download folgt mit der Veröffentlichung.
Geht das auch auf Rechnern ohne Netzwerk?
Ja. Die Bordmittel laufen lokal; Agenten, zentrale Richtlinien und Netzwerk-Scans brauchen dagegen eine Verbindung. Der Sammler von Riegel öffnet keine Netzwerkverbindung: Er läuft vom USB-Stick, und die Erhebung kommt auf demselben Weg oder über eine Datenschleuse zum Auswerte-PC. Riegel ist derzeit eine Vorabversion (0.1.2).
Was tun, wenn die Anlagensoftware eine unsichere Einstellung braucht?
Als begründete Ausnahme festhalten statt still hinnehmen: welche Regel, welcher Wert akzeptiert ist, warum, welche Ersatzmaßnahme greift, wer freigegeben hat – mit Verweis auf den Änderungs- oder QMS-Vorgang – und bis wann. Riegel, derzeit eine Vorabversion (0.1.2), führt solche Ausnahmen mit Freigabe und Ablaufdatum; die Freigabe ist an den Inhalt gebunden, und ändert sich der Wert später, ist der Befund wieder offen.
Läuft das auch auf Windows 7 oder Server 2008 R2?
Riegel (Vorabversion 0.1.2) bringt einen Sammler mit, der für Windows 7 SP1 bis 11 und Windows Server 2008 R2 SP1 bis 2025 ausgelegt ist und .NET Framework 3.5.1 oder 4.x braucht; auf echten Rechnern mit Windows 7 oder 2008 R2 ist er noch nicht getestet. Ohne .NET bleibt die Bordmittel-Variante collect-builtin.cmd – .NET nur für die Prüfung nachzuinstallieren wäre auf einem validierten Rechner selbst eine Änderung.
Kann ich die Windows-Härtung nicht gleich per Skript setzen?
Auf einem validierten oder abgenommenen Rechner ist jede Einstellung, die ein Skript setzt, eine Konfigurationsänderung – sie gehört ins Änderungsverfahren, abgestimmt mit dem Anlagenhersteller und vorher getestet. Microsoft warnt etwa, dass eine Änderung der LAN-Manager-Authentifizierungsebene die Kompatibilität mit Geräten, Diensten und Anwendungen beeinträchtigen kann. Prüfen Sie deshalb zuerst lesend und ändern Sie danach gezielt; Riegel, derzeit eine Vorabversion (0.1.2), setzt nie selbst etwas und liefert Abhilfe nur als Dateien.
Reicht das als Nachweis für IEC 62443 oder NIS2?
Ein Prüfbericht mit Soll- und Ist-Werten, begründeten Ausnahmen und Unterschrift unterstützt Nachweise für das Konfigurationsmanagement; eine Konformitätsaussage ist er nicht. Riegel, derzeit eine Vorabversion (0.1.2), unterstützt Nachweise unter anderem für IEC 62443 und NIS2, macht aber keine Compliance-Aussage und deckt nur die Konfiguration ab – nicht MFA, Datensicherung, Vorfallbehandlung oder Netzsegmentierung. Ob der Nachweis genügt, entscheidet Ihr Prüfverfahren.
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